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Grüne wollen „grünen Pfeil für den Radverkehr“ 4.07.2017
Verkehr, Aktuelles, BA-Thema, Presse-Mitteilung
Verkehrsschild könnte bald Rechtsabbiegen bei roter Ampel erlauben – Wird Bamberg Modellstadt?

Pressemitteilung

In Frankreich, den Niederlanden und Dänemark gab es bereits gute Erfahrungen mit dem „grünen Pfeil“. Derzeit sind einige deutsche Städte Teil einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie, bei der es Radfahrenden erlaubt wird, an manchen Kreuzungen trotz roter Ampel nach rechts abzubiegen. Untersucht werden soll, ob man diese heute (noch) rechtswidrige Praxis zumindest teilweise legitimieren kann.

Dass Bamberg sich als Modellstadt zur Verfügung stellen soll, beantragen Christiane Laaser und Tobias Rausch von der GAL-Stadtratsfraktion. Sie halten ein Abbiegen an Stellen für vertretbar, wo die Kreuzung übersichtlich ist und Fußgänger*innen nicht gefährdet werden, das Abbiegen also in die Verantwortung des Radfahrenden gelegt werden kann. Ein so genannter „grüner Pfeil für den Radverkehr“ wäre aus GAL-Sicht hier die Lösung – er erlaubt das Rechtsabbiegen trotz roter Ampel, wenn es die Verkehrssituation zulässt. Dieses neue Verkehrsschild wird gerade in mehreren deutschen Städten getestet. Um eine solche Testung als Modellstadt soll sich auch Bamberg bemühen, beantragen Laaser und Rausch.

Sie sehen im „grünen Pfeil“ klare Vorteile: „Radler*innen bekommen das klare Signal, dass sie an speziell dieser Stelle jederzeit abbiegen dürfen, gleichzeitig aber auch, dass sie genau aufpassen müssen, um niemanden zu behindern oder zu gefährden. Das heißt natürlich auch, dass alle Stellen ohne Grünpfeil dafür zu gefährlich sind und sie es dort besser unterlassen sollten“, begründet Laaser ihren Vorstoß. „Der grüne Pfeil reagiert auf die reale Situation, schafft klare Verhältnisse und könnte durch das Zugeständnis an die Radler*innen wieder zu mehr gesetzeskonformem Verhalten und zu mehr Sicherheit für alle führen“, ergänzt Tobias Rausch.

sys



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Kommentare zu diesem Artikel

Ferenc schrieb am05.07.2017 12:36 Uhr folgenden Kommentar:
Die Erfahrungen mit dem Grünen Pfeil für Autofahrer sind durchweg negativ, was die Unfallzahlen, die Beachtung aller Vorgaben durch die Verkehrsbehörden sowie aller Vorschriften durch die Autofahrer betrifft,

Für Radfahrer wird es noch wesentlich komplizierter, da zwischen dem Fahren auf freigegebenen Gehwegen, baulichen Radwegen, (benutzungspflichtigen) Radfahrstreifen, (nicht benutzungspflichtigen) Seiten- und "Schutzstreifen" und der Fahrbahn unterschieden werden muß. Zudem gelten für Radfahrer mal die Auto-, mal die (manchmal unsinnigerweise mit Fußgängersignalen kombinierten) Radfahrerampeln.

Kindern zu erläutern, daß sie manchmal und unter welchen Umständen sie bei Rot fahren dürfen, wird nahezu unmöglich sein.

Letztlich stellen bei Rot abbiegende Radfahrer, wenn auch bei weitem nicht in gleichem Maße wie Autofahrer, bei mangelnder Sorgfalt ein Risiko für die Straße querende Fußgänger dar.

Der Grüne Pfeil ist hinsichtlich der Fahrradfreundlichkeit des Verkehrs ein Nebenschauplatz. Er lenkt allenfalls von den erheblichen Defiziten an vielen anderen Stellen ab. Merkt das keiner?

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