Aktuell

Guter Wille mit wenig Ahnung 8.11.2018
Klatsch+Tratsch, Aktuelles, BA-Thema, Soziales, Sylvia Schaible
Wer Anträge stellt, kann auf die Ahnung
verzichten. Kompetenz wird maßlos über-
schätzt. Die Bamberger SPD macht’s vor.

Glosse

Also ich finde ja, dass der gute Wille zählt!

Ob jemand Ahnung von der Materie hat, ist doch nicht ganz so wichtig, oder? Hauptsache mitmischen, große Sprüche klopfen und sich mit kecken Positionen hervortun. Nach dem Motto: Lieber eine starke Behauptung als ein schwaches Argument.

So kann man das jedenfalls bei der Bamberger SPD sehen. Ihre Stadträtin Ingeborg Eichhorn hat den Antrag gestellt, Integrationslotsen für Bamberg zu installieren und dafür Fördermittel vom Freistaat Bayern abzurufen. Frau Eichhorn ist prädestiniert für einen solchen Antrag, denn sie ist Sprecherin ihrer Fraktion im Familien- und Integrationssenat und sie ist Mitglied im Ombudsteam der Stadt Bamberg für die Flüchtlingsunterkunft in Bamberg-Ost (Anker-Zentrum/AEO). Wenn also jemand in der SPD mit Migrationspolitik zu tun hat, dann sie. Und deshalb macht ihre Partei zu dem Antrag auch ordentliche Pressearbeit, heute zu lesen im Fränkischen Tag.

Heute wird SPD-Stadträtin Eichhorn bei der Behandlung ihres Antrags in der Sitzung des Familien- und Integrationssenats allerdings auch erfahren, dass es solche Integrationslotsen in Bamberg schon seit Januar 2018 gibt. Das Personal ist in Form von mehreren Personen auf die Stadtverwaltung, den Verein „Freund statt fremd“ und die AWO verteilt und erhält Fördermittel aus Bayern.

Und wenn Frau Eichhorn sich noch etwas früher und vielleicht etwas vertiefter für ihren Politikbereich interessiert hätte, dann wüsste sie auch, dass das Projekt „Intergrationslotsen“ ein Nachfolgeprojekt des Projekts „Ehrenamtskoordination“ ist (ebenfalls mit bayerischen Finanzmitteln), das bereits vor drei Jahren in Bamberg anlief. Sie hätte damals – also wenn sie sich wirklich ganz arg reingehängt hätte in ihr Ressort – sogar mitbekommen können, dass die Bewerbung Bambergs für dieses Projekt maßgeblich auf Treiben von GAL-Stadträtin Kiki Laaser zurückging. Aber das nur noch so am Rande.

Denn wie gesagt: Der Wille zählt. Und auch wenn sie arg hinterherhinkt, die SPd, auf dem richtigen Weg ist sie ja immerhin schon mal….

sys



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